Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Wir haben eine DaZ Fortbildung gemacht

alt-text

Weit mehr als 90% unserer Schüler haben einen Migrationshintergrund: Ihre Eltern sind aus der Türkei, Osteuropa oder dem Nahen Osten in den Wedding eingewandert und sprechen meist nur wenig Deutsch. Zuhause unterhalten sich die Kids also auf der Sprache ihrer Eltern, dementsprechend gering ist ihr deutscher Wortschatz und schlecht ihre Grammatik. Ein pädagogischer Ansatz, diesen Mangel zu beheben, ist die sog. DaZ Methode (Deutsch als Zweitsprache); mit ihr werden Sprachfähigkeiten von migrantischen Kids und Jugendlichen trainiert, damit sie sich in ihrem neuen Heimatland besser zurecht finden können – denn Sprache bildet das Fundament jeder gelungenen Integration, sie ist die Basis für alles weitere. Oder wie SprInt Leiter Herbert es betont: „Ohne Deutsch kein Mathe“. Wir von SprInt lernen aber auch gerne dazu und wollen unseren Kids natürlich die bestmögliche Unterstützung zu teil werden lassen. Also waren wir am Wochenende in Gusow, um eine DaZ Fortbildung zu machen!

Geleitet hat die Fortbildung Stefan Paffrath vom Ernst-Abbe-Gymnasium aus Neukölln. „Das hat natürlich perfekt gepasst, denn sein Neuköllner Klientel ähnelt sehr stark unserem aus dem Wedding; aus der Praxis für die Praxis sozusagen. „Er hatte wirklich ein paar wertvolle Tipps für uns“ sagt Förderlehrer Lars über das Wochenende, der selbst erfahrener Lehrer ist. Schwerpunkt der Fortbildung war nicht nur didaktische Methodik zu Lesen und Schreiben, sondern auch Partnerübungen und Rollenspiele. Besonders wichtig: Wie motiviert man Schüler, die nur schwer zu motivieren sind? „Da hatte Herr Paffrath ein paar wirklich super Ideen, wie man die Schüler besser erreicht! Ich werde seine Tipps auf jeden Fall bei meiner nächsten Nachhilfestunde beherzigen!“ sagt Förderlehrer Bright.

Auch SprInt Leiter Herbert zeigt sich zufrieden mit dem Wochenende: „Es hat wirklich großen Spaß gemacht, dass wir jetzt alle mal zusammen rausgefahren sind und uns fortgebildet haben. Wir waren immerhin fast drei ganze Tage zusammen und konnten uns auch mal ein bisschen besser persönlich kennenlernen – das geht manchmal während der täglichen Arbeit ein wenig unter.“

Denn neben der Arbeit gab es auch reichlich Vergnügen. Das Jugendgästehaus in Gusow liegt nämlich direkt am Dolgensee, in dem man herrlich schwimmen kann. Ebenfalls Teil des Wochenendes: Singen am Lagerfeuer, Volleyballspielen und Fußballschauen. Besonders beliebt hat sich übrigens Koordinator Carsten gemacht, der die Truppe bekocht hat; „sein Essen schmeckt fast so gut wie das meiner Oma“ sagt Förderlehrer Lars dazu und lacht. „Wir konnten als Team nochmal ganz neu zusammenwachsen, das war glaube ich sehr wichtig, weil wir mittlerweile so viele Lehrer sind“ sagt Bright.

Klingt nach einem tollen Wochenende? Ja, das war es auch. Aber jetzt geht’s zurück in den Wedding – leider ein Kiez ohne Badesee, aber dafür mit vielen Schülern, denen wir hoffentlich mit unserem neuen Wissen werden helfen können!

 

Damit wir auch in Zukunft den Schülern helfen können, benötigen wir Ihre Spende. Bitte unterstützen Sie uns unter: https://www.betterplace.org/de/projects/5160-bildungsforderung-sprint-eine-bessere-zukunft-fur-kinder-durch-bildung

Der Artikel stammt von Matthias Stoecker, Blogredakteur SprInt.