Das Konzept SprInt

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Was macht das Konzept SprInt aus?

Wir überwinden die Hürden auf dem Weg zum Bildungserfolg!

Kinder und Jugendliche im Brennpunktkiez stehen auf ihrem Weg zur Chancengleichheit vor vielen Hürden, die sich gegenseitig bedingen: Ohne Sprachkompetenz kein Zugang zu Wissen, ohne Sprache und Wissen keine Perspektiven im Berufsleben. Das SprInt-Projekt bietet daher Konzepte, die helfen alle drei Hürden zu überwinden und ihren Zusammenhang im Blick behält.

1. Sprache

Im Brennpunktkiez spricht fast kein Kind Deutsch als Muttersprache. Viele Kitas und Schulen sind überfüllt und überfordert mit der Aufgabe, wichtige Sprachkompetenzen zu vermitteln. Selbst an den Gymnasien haben viele Jugendliche Probleme beim Verstehen und Verfassen von Texten. SprInt hilft daher von der ersten Klasse an sprachliche Grundlagen zu vermitteln. Mit alternativen Konzepten, wie dem Aufbau einer Lernwerkstatt in der Gesundbrunnenschule, in der individuell Wortschatz erlernt wird, oder selbst entwickelten DaZ-Materialien für Lehrende, werden dabei thematisch Wortinseln erarbeitet, auf die die Kinder aufbauen können. Im SprInt-Förderunterricht ab der fünften Klasse steht wiederum die Spracharbeit im Vordergrund. Studierende unterstützen die Jugendlichen, schwierige Texte aufzuschlüsseln und geben Sprach-Werkzeuge an die Hand, um eigene Ideen auszudrücken.

2. Wissen

Wenn Kinder ohne den nötigen Wortschatz aufwachsen, ist auch der Zugang zu Büchern, Schultexten und Wissensquellen versperrt. Aber selbst mit einem gut erlernten Deutsch ist für Kinder aus bildungsfernen Familien der Weg zu einer soliden Allgemeinbildung schwer. SprInt unterstützt die Schüler daher mit kompetenten Studierenden, die ihr Fachwissen klar vermitteln und sie bis zum Abitur begleiten können. Während des Förderunterrichts stehen den Schülern Computer mit Zugang zu Lernplattformen, sowie Schulbücher und Fachliteratur zur Verfügung. In Vorbereitung auf die MSA und Abiturprüfungen gibt es Extra-Förderstunden, die von Förderlehrenden mit abgeschlossenem Studium geleitet werden.

3. Perspektiven

Für viele Schülerinnen und Schüler bleibt selbst nach bestandenen Abschluss der Horizont auf den eigenen sozialen und kulturellen Mikrokosmos beschränkt. Viele Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten sind schlicht nicht bekannt. Zusätzlich sorgt die Angst vor Diskriminierung in der Ausbildung, im Studium oder Berufsleben dafür, dass viele Jugendliche unter ihren Möglichkeiten bleiben. Daher gibt es im SprInt-Förderunterricht im Medienhof wöchentlich eine Berufsberatung, in der Perspektiven aufgezeigt und Bewerbungsabläufe begleitet werden. In unseren Projekten lernen die Schüler individuell Studierende kennen, die ihnen die Angst vor dem Studium nehmen können. Viele unserer Förderlehrer kommen aus dem Kiez und fungieren so als Vorbilder.

Helfen Sie mit!

Die Schülerinnen und Schüler aus dem Soldiner Kiez brauchen Unterstützung für Sprachförderung und Fachnachhilfe!

Ihre Investition verbessert die gesellschaftlichen Perspektiven dieser Kinder und Jugendlichen!

Geschichte

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2005 - 2008
  • das Programm „Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund“ der Stiftung Mercator wird von der RAA Berlin e. V. im Medienhof-Wedding (ab November 2005) und an dreizehn Kiez-Schulen umgesetzt
2009 - 2010
  • Förderung durch die Lotto-Stiftung-Berlin und diverse private Spenden
  • Gründung eines festen Kooperationsnetzwerkes mit sechs Schulen im Wedding
  • Auszeichnung mit dem Phineo-Siegel als wirksames Projekt
2011 - 2012
  • Förderung durch den Senat für Stadtentwicklung mit dem Programm „Aktionsräume Plus“ sowie durch private Spenden und wieder die Stiftung Mercator
  • durchschnittlich besuchen über 500 Kinder im Jahr den Medienhof bei über 5000 Besuchen, dazu kommen hunderte Schülerinnen und Schüler an den Kooperationsschulen
  • 50 Lehramtsstudierende unterrichten über 6000 Förderstunden im Jahr
2013 - 2015
  • nochmals zweijährige Förderung durch die Lotto-Stiftung Berlin und durch private Spenden
  • mehrfache Erwähnung in der überregionalen Presse
  • erfolgreiche Aufführung des Bollywood-Musicals „Chicken Tikka“
  • drohendes Aus durch Auslaufen der Förderung
2016 - 2017
  • Förderung des Medienhof-Wedding durch das Land Berlin mit 100.000 Euro im Jahr
  • Einrichtung einer Sprachlernwerkstatt an der Gesundbrunnen-Grundschule mit der Robert Bosch Stiftung
  • Erstellung von Deutsch-als-Zweitsprache-Materialien für den Fachunterricht
  • Angebote zur Berufsorientierung, politischen Bildung, Theaterpädagogik
2018 - 2019
  • Förderung des Medienhofes und der Kooperationen mit Kiezschulen durch das Land Berlin mit 150.000 Euro
2005 starteten wir gemeinsam mit der Stiftung Mercator an 13 Schulen im Wedding.
Oftmals retteten Sponsoren den Medienhof vor dem Aus.
Die Eröffnung der Lernwerkstatt war ein voller Erfolg.

Finanzierung

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Nach der auslaufenden Finanzierung durch die Stiftung Mercator und die Quartiermanagements musste der SprInt-Förderunterricht ab 2010 durch Spenden und andere Stiftungsmittel finanziert werden. Mehrmals stand das Projekt vor dem Aus. Mit der Senatsfinanzierung seit 2016 für den Förderunterricht im Medienhof konnte eine stabile Finanzierungsgrundlage geschaffen werden. Eine abermalige Aufstockung der Mittel für 2018/2019 ermöglicht es nun, mit einem kleinen Kernteam dauerhaft gesicherte Bildungsangebote im Kiez zu unterbreiten. Für die Kofinanzierung, den Einsatz an den Schulen und für eine Ausweitung des Projektes im Kiez und über den Kiez hinaus benötigt der Förderunterricht SprInt weiterhin Spendengelder.