finanzieller Engpass bis Weihnachten

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Dieses Jahr war ein sehr erfreuliches Jahr für den Medienhof-Wedding. Es kamen so viele Kinder und Jugendliche zu uns wie noch nie. Täglich waren es im Durchschnitt vierzig Schülerinnen und Schüler. Insgesamt hatten wir bisher schon über 4000 Besuche von mehr als 700 jungen Menschen.

 

Außerdem haben seit dem Sommer zwei neue Standorte eröffnet. Wir geben nun auch im Viki-Haus im Brunnenviertel Nachhilfe und unterstützen Schüler und Schülerinnen der Wilhelm-Hauff-Grundschule an zwei Nachmittagen die Woche, die einen besonderen Förderbedarf haben. An beiden Orten gibt es ein reges Interesse an unserem Angebot!

 

So positiv es ist, dass unsere Sprach- und Bildungsförderung im Wedding so gut angenommen wird und wir noch mehr Kindern aus dem Kiez weiterhelfen können, so sehr zehrt der stärkere Betrieb aber an unserem Etat. Wir mussten immer wieder mehr Studierende einteilen, um dem Ansturm Herr zu werden. An manchen Schulen überstiegen in den letzten Wochen die Ausgaben die Mittel, die wir von den Schulen aus deren Bonus-Programm bekommen.

 

Deshalb ist von den Senatsgeldern nun am Ende des Jahres fast nichts mehr übrig. Die RAA Berlin, unser Träger, könnte uns normalerweise noch mit Geldern aushelfen. Aber wir werden uns am Ende des Jahres in gegenseitigem Einvernehmen aus der RAA ausgründen. Die RAA muss deshalb Mittel aus ihrem Budget zurückhalten, um mögliche Nachzahlungen aus den letzten vier Jahren später eventuell begleichen zu können, denn bei öffentlichen Zuwendungen wie den Senatsmitteln muss tatsächlich immer mit solchen Nachzahlungen gerechnet werden. Und neue Spenden haben wir derzeit leider nicht erhalten. Wir kommen also nun zum Ende des Jahres in einen finanziellen Engpass.

 

Betrieb nur noch auf Sparflamme und frühzeitige Schließung

 

Das bedeutet, dass wir nur noch relativ wenige studentische Nachhilfelehrer*innen im Medienhof einteilen können und sich zukünftig Kinder anmelden müssen, wenn sie Nachhilfe brauchen. Wir werden uns nicht mehr um alle kümmern können, die nach Unterstützung anstehen. Auch an den Schulen müssen wir kürzertreten. Die Student*innen dort können höchstens noch vier Stunden in der Woche an den Schulen mit den Kindern arbeiten, aber nicht mehr sechs bis acht wie bisher. Und wir werden in diesem Jahr schon am 15. Dezember den Medienhof-Wedding und die Arbeit an den Schulen beenden müssen. Uns tut es leid, dass es nicht mehr für die letzte Schulwoche vor Weihnachten reicht, aber wir müssen uns schon sehr mit unseren wenigen Geldern strecken, um überhaupt noch Angebote im Dezember machen zu können.

 

Im neuen Jahr 2020 steht uns dann wieder ein neuer Etat zur Verfügung. Dadurch, dass wir eine gGmbH gründen, gibt es auch ein gewisses Firmenkapital. Wir hoffen deshalb, im neuen Jahr mit neuem Träger wieder Angebote im alten Umfang machen zu können.

 

Bitte habt aber Verständnis, dass es bis Weihnachten eng wird. Zwar werden wir versuchen, noch ein paar Spenden für Honorargelder einzuwerben. Aber wir können nicht garantieren, dass wir so kurzfristig noch Spender*innen finden, durch die das Angebot wieder ausgeweitet werden kann.

 

Damit hat die Sprach- und Bildungsförderung Sprint nun nicht nur einen Standort im Medienhof-Wedding, sondern zeitweise sind wir auch noch im schönen neuen Viki-Haus im Brunnenviertel vertreten.

 

Der Artikel stammt von Herbert Weber, dem Leiter des Medienhof-Wedding. Herbert Weber ist gelernter Landschaftsgärtner und studierte später Politikwissenschaft, Geographie und Deutsch auf Lehramt und Magister. Nach einer Zeit als Deutschlehrer und Redakteur gründete er 2005 die Sprach- und Bildungsförderung SprInt.