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Spendenaufruf

Die Schülerinnen und Schüler aus dem Soldiner Kiez brauchen Unterstützung für Sprachförderung und Fachnachhilfe!

Spendenkonto:

RAA-Berlin
Spendenzweck: Förderunterricht Sprint
Dresdner Bank Berlin
Konto: 0672143600
BLZ: 120 800 00
    
Eine Spendenquittung kann ausgestellt werden.

Vom Libanon nach Deutschland: Die Achterbahn meiner Gefühle

Viele Menschen sehen mich als eine lebensfrohe, vorlaute, offene, ununterbrochen redende

15jährige Person, die sich durchs Leben lacht.

Doch ich sag euch, dass ich das alles nicht bin.

Um nicht verletzt zu werden, habe ich nämlich mein Herz in eine Höhle verbannt.

Trotzdem fällt es mir manchmal schwer, meine wahren Gefühle zu verbergen.

 

Ich bin nicht glücklich, wenn ich lache.

Ich lache nur, damit die Menschen, die mich mögen, kein Mitleid mit mir haben.

Ich bin nicht sorglos, wenn ich anderen bei ihren Problemen helfe,

ich verdränge bloß meine.

Ich bin nicht eigebildet, wenn ich jemanden „komisch“ angucke,

ich gucke dann zum Beispiel nur, weil ich die Person bewundere.

 

Nun möchte ich euch mein wahres Ich zeigen.

Kommt mit mir auf eine Reise der Gefühle:

 

Mein Name ist Sara El-Fares, ich bin am 14. September 1990 im Libanon (Bass) geboren.

Meine Mutter zog meine drei Brüder und mich in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung groß.

Mein Vater reiste oft umher, um hier und da zu arbeiten, damit er uns mit dem verdienten Geld am Leben halten konnte.

Früh musste ich erfahren, wie es ist, wenn der Vater jahrelang weg ist.

Voller Hoffnung sehnte ich mich danach ihn fest in die Arme zu nehmen und ihn nicht mehr gehen zu lassen.

Als mein Vater eines Tages entschied, dass wir zu ihm nach Deutschland kommen sollten,

weil er da Arbeit gefunden hatte,

spürte ich  zum ersten Mal in meinen jungen Jahren Glück.

 

Auf unserer illegalen Reise nach Deutschland, wurden wir sehr oft verhaftet.

Tagelang hielten sie uns im Gefängnis fest. Die Verzweiflung und die Angst konnte man deutlich in unseren Gesichtern sehen.

Nachdem wir immer wieder verhaftet und zurückgeschickt wurden,

kamen mir Zweifel, ob ich meinen Vater jemals wiedersehen würde.

Mann!!! Was musste ich mit meinen sieben Jahren alles aushalten.

Wir gaben dennoch nicht auf und schafften es schließlich mit einer Gruppe von Männern nach Deutschland.

Hier angekommen, schloss ich meinen Vater, mit Tränen in den Augen, ganz doll in die Arme.

 

Viele mögen den Wedding als dreckig und unmöglich sehen,

doch ich sehe in ihm etwas anderes. Es ist jetzt mein Zuhause.

Der Wedding gab mir meinen Vater zurück, er gab mir eine viel größere Wohnung, er ermöglichte mir Bildung. Hier habe ich Freunde fürs Leben gefunden.

Dadurch, dass mein Vater arbeitet, bekommen wir mehr Geld und müssen nicht mehr schauen, dass wir über die Runden kommen. Ich sehe hier zuversichtlich in die Zukunft.

Klar gibt es hier und da mal Streit mit der Familie, mit den Freunden und in der Schule,

doch was wäre das Leben ohne Höhen und Tiefen?

Würden wir dann noch Freude und Glück als etwas Besonderes sehen, wenn wir es nie vermissen würden?

Wonach würden wir dann streben, wenn wir ohne zu arbeiten alles unverdient bekämen?

Wo wäre das Gefühl von Gemeinschaft, wenn jeder nur etwas mit seinen Landleuten zu tun haben möchte? Wo, frage ich euch?

Ich bin heute 19 Jahre alt und frage mich jetzt, ob aus mir eine andere Persönlichkeit geworden wäre, wenn ich von Anfang an ein „perfektes“ Leben geführt hätte.

 

Sara El-Fares

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